Lehm-Wissen

unsere Team klärt auf

WAS IST LEHM?


Lehm ist nicht nur Erde;: Lehm ist eine Mischung aus Sand, Kies, Schluff und Ton.
Er entsteht durch Verwitterung und Ablagerung aus Fest- und Lockergesteinen. Man findet Lehm z.B unterhalb der Humusschicht (im sogenannten A-Horizont).
Durch der geographischen Lage gibt es verschiedenen Lehm: Berg-, Gehänge-, Auen-, Geschiebe- und Löss-Mergellehm. Dieses Material hat weltweit verschiedenen Bautechniken entwickelt, da die Zusammensetzung von Lehm je nach Standort unterschiedlich ist.

Lehm hat die Eigenschaft, eine Klebkraft zu besitzen, diese ist auf den Anteil der Tonmineralien zurückzuführen.
Verschiedene Farbgebungen des Lehms, werden von unterschiedlichen Elemente wie Eisen, Kalzium, Natrium, Magnesium, Feldspat verursacht.


Lehm als Baustoff

Seine mineralische Zusammensetzung, Wiederverwendbarkeit und sorptiven Eigenschaften machen ihn zu einem Material, das in der modernen Architektur, im ökologisch orientierten Bauen und in der Sanierung traditioneller Gebäude eingesetzt wird.


Vorteile von Lehm


Lehm verbessert Raumklima:

Das Raumklima setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen: Raumlufttemperatur, Oberflächentemperatur, Luftbewegung, Luftfeuchte sowie gas‑ und staubförmige Verunreinigungen. Lehmbaustoffe können durch ihre materialtypischen Eigenschaften zu ausgeglichenen Feuchteverläufen beitragen.

  • Lehm kann Luftfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, wenn sich die Umgebungsfeuchte verändert.
  • Bei hoher Luftfeuchtigkeit, etwa im Bad, nimmt Lehm Wasserdampf über seine Porenoberflächen auf.
  • Sinkt die Luftfeuchte, gibt der Baustoff die gespeicherte Feuchtigkeit wieder ab.


speichert Wärme:
  • Lehm besitzt aufgrund seiner Masse die Fähigkeit, Wärme aufzunehmen und zeitversetzt wieder abzugeben. 
  • Diese Wärmespeicherung unterstützt gleichmäßige Temperaturverläufe an Wand‑ und Bodenoberflächen.
  • In Kombination mit Wand‑ oder Fußbodenheizungen kann Lehm Wärme besonders gut aufnehmen und über einen längeren Zeitraum wieder abgeben.
  • Dies führt zu stabilen Oberflächentemperaturen und einem gleichmäßigen thermischen Verhalten der Bauteile.


Wiederverwendbarkeit von Lehm

  • Lehm kann nach dem Trocknen zerkleinert und mit Wasser erneut aufbereitet werden. Dadurch lässt er sich in vielen Fällen weiterverarbeiten.
  • Als mineralischer Baustoff stellt Lehm im Rückbau keine problematische Belastung dar.

Abschwächung elektromagnetischer Strahlung

  • Durch seine Dichte kann Lehm hochfrequente elektromagnetische Strahlung wie Mobilfunk‑ oder WLAN‑Signale abschwächen.
  • Die Wirkung hängt von Schichtdicke und Aufbau ab.

Geruchsabsorption durch Tonminerale

  • Tonminerale im Lehm besitzen eine mehrschichtige kristalline Struktur.
  • Kapillare Kräfte zwischen diesen Schichten ermöglichen die Aufnahme von Feuchtigkeit und darin gebundenen Stoffen, wodurch Lehm Gerüche und luftgetragene Partikel absorbieren kann.


Schalldämmung durch hohe Masse

  • Lehmbaustoffe haben eine hohe Rohdichte, die zu einer guten Luft‑ und Körperschalldämmung beiträgt.
  • Massive Lehmflächen unterstützen ruhige Innenräume


Lehm konserviert Holz:
  • Durch die geringe Gleichgewichtsfeuchte von Lehm (0,4 bis 6 Gewichtsprozenten -> je nach Tongehalt, Tonart und Feuchtegehalt der Luft) wird Holz, das von Lehm umgeben ist, entfeuchtet bzw. trockengehalten, so dass es von Pilz- und Insektenbefall geschützt wird.
  • Man kann von einer Konservierung durch Lehm sprechen.
  • Dies lässt sich besonders gut an historischen Fachwerkhäusern beobachten


Lehm - Ionisation

  • Lehm kann die Luft ionisieren. Ionen sind positiv oder negativ geladene Teilchen. Man unterscheidet Groß- und Kleinionen. Eine angenehme belebende Luft, wie z.B. am Meer oder nach einem Gewitter, im Hochgebirge oder Wald, hat einen hohen Anteil Kleinionen mit einem leichten Überschuss von negativ geladenen Ionen.


Lehm hat hervorragende Sorptionseigenschaft
Lehmbaustoffe haben ein hohes Sorptionsvermögen. 

Sorption bedeutet lateinisch „in sich ziehen“ - „aufnehmen”.

Dies beeinflusst wesentlich das Raumklima.

Wasserdampf dringt infolge von Diffusion in den Baustoff ein, wenn die Raumlutfeuchte höher ist als die 

Ausgleichsfeuchte und lagert sich an der inneren Porenoberfläche an. Sinkt die Raumluftfeuchte, so dass die Ausgleichsfeuchte im Material niedrigere ist, so lösen sich die Wassermolekühle  und diffundieren wieder in die  Raumluft.



Lehm als Baustoff erfüllt ökologische und baubiologische Anforderungendie an natürliche, diffusionsoffene und kapillaraktive Baustoffe gestellt werden.

  •  Er ist mineralisch, wiederverwendbar und frei von synthetischen Bindemitteln.


Baustoff für Architektur und Design

  • Lehm ermöglicht individuelle Oberflächen, natürliche Farbtöne und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Er wird sowohl in der Sanierung als auch in Neubauten eingesetzt.



Lehm und seine Baugeschichte


Lehm gehört zu den ältesten vom Menschen genutzten Baustoffen. 

Er kommt in vielen Böden weltweit vor und wurde in unterschiedlichen Kulturen seit Jahrtausenden für den Bau von Wohnhäusern, Befestigungen und Kulturbauten verwendet. Neben Holz zählt Lehm zu den frühesten massiven Baumaterialien der Menschheitsgeschichte.


Historische Bauweisen und kulturelle Einflüsse

Die Bauweisen mit Lehm wurden durch regionale Traditionen, religiöse Kulturen und die jeweilige Lebensweise geprägt. In vielen Teilen der Welt entstanden Wohnbauten aus Lehm, häufig in Kombination mit Holz.

Die ersten bekannten Städte, darunter Jericho, wurden aus Lehm errichtet. Auch in alten Hochkulturen diente Lehm als Baustoff für Wohngebäude, Speicher, Befestigungen und repräsentative Bauwerke.


Lehm in alten Kulturen und bedeutenden Bauwerken

Lehm wurde in zahlreichen historischen Bauwerken verwendet, darunter:

  • der gestufte Tempelturm in Tschogha Zanbil (Iran)
  • die Große Moschee von Djenné (Mali)
  • Teile der Chinesischen Mauer

Diese Beispiele zeigen die lange Tradition des Lehms als tragfähiges und vielseitiges Baumaterial.


 Lehmbau in Europa

In Europa ist Lehmbau seit rund 8000 Jahren nachweisbar.

In Mitteleuropa haben sich bis heute viele Lehmfachwerkhäuser, Lehmstampf‑ und Wellerbauten erhalten – oft unerkannt unter späteren Schichten.

In kalkarmen Regionen Deutschlands wurde Lehm bis etwa 1950 regelmäßig eingesetzt, z. B. als Innenputz, in Fachwerkfüllungen oder als Anstrich in Wirtschaftsgebäuden.

Auch in Österreich und Russland finden sich sehr alte Lehmbauten, teilweise über 5000–6000 Jahre alt.

Im 18. Jahrhundert förderte Maria Theresia den Lehmbau durch gesetzliche Regelungen, was seine Nutzung erneut stärkte.

Rückgang und Wiederentdeckung

Mit der Industrialisierung verlor Lehm im 19. Jahrhundert an Bedeutung und wurde zunehmend durch industriell hergestellte Baustoffe ersetzt.

Über mehrere Generationen geriet Lehm fast in Vergessenheit.

In den letzten Jahrzehnten wurde Lehm jedoch wiederentdeckt – durch:

  • wachsendes Interesse an natürlichen Baustoffen
  • neue Produktentwicklungen
  • moderne Verarbeitungstechniken
  • baubiologische und architektonische Ansätze

Heute stehen Lehmputze, Lehmfarben, Lehmbauplatten und weitere Produkte zur Verfügung, die technisch ausgereift und vielseitig einsetzbar sind.


 Lehm als mineralischer Baustoff

Lehm zählt neben Kalk und Zement zu den wichtigsten mineralischen Bindemitteln im Bauwesen.

Er wird häufig ungebrannt verwendet und ist eng mit traditionellen Holzbautechniken wie dem Fachwerk verbunden.

Weltweit lebt etwa ein Drittel der Bevölkerung in Gebäuden, die aus Lehm gefertigt sind.

 


 

Vorteile von Lehm


Lehm verbessert Raumklima:
  • Das Raumklima besteht aus Raumlufttemperatur, Temperatur, Raumluftbewegung, Feuchtengehalt der Luft und Gas- und staubförmige Verunreinigung.
  • Lehm kann relativ schnell Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese bei Bedarf wieder abgeben. Dadurch reguliert der Lehm die Feuchtigkeit der Raumluft und trägt somit zu einem gesunden Raumklima bei. z.B. bei hoher Luftfeuchtigkeit wie im Bad.
speichert Wärme:
  • Lehm speichert Wärme und trägt somit zur Verbesserung des Wohnklimas und bei passiver Sonnenenergienutzung zur Energieeinsparung bei. Besonders bei Wandheizung ist Lehmputz sehr effektiv.
Lehm ist wieder verwendbar:
  • Trockener Lehm braucht nur zerkleinert und mit Wasser angefeuchtet werden und somit lässt er sich wieder weiterverarbeiten. Lehm belastet als „Bauschutt" die Umwelt nicht.
Lehm schirmt Strahlung ab:
  • Lehm schirmt Räume gegen hochfrequente Strahlung von Mobilfunknetzen, schnurlosen Telefonen, UMTS und GPS wesentlich besser ab als andere massive Wandbaustoffe.
Absorbiert Gerüche:
  • Lehm reinigt die Luft, da Ton ein wichtiger Bestandteil des Lehms ist. Ton hat eine kristalline, mehrschichtige Struktur.
  • Zwischen den Schichten ist eine starke kapillare Kraft, die das Wasser und die darin gebunden Schad- / Stoffe (Rauch, Dampf oder Feinstaub) aufnimmt und reinigt.
Gute Schalldämmung:
  • aufgrund seines hohen Eigengewichtes weist Lehm gute Schallschutzeigenschaften auf und trägt so zu einen angenehmen Wohnen bei.
Lehm konserviert Holz:
  • Durch die geringe Gleichgewichtsfeuchte von Lehm (0,4 bis 6 Gewichtsprozenten -> je nach Tongehalt, Tonart und Feuchtegehalt der Luft) wird Holz, das von Lehm umgeben ist, entfeuchtet bzw. trockengehalten, so dass es von Pilz- und Insektenbefall geschützt wird.
  • Man kann von einer Konservierung durch Lehm sprechen. Mit Lehm lassen sich individuelle Gestaltungsmöglichkeiten für Ihre vier eigenen Wände schaffen.

Was sind Baustoffe

Um eine Gebäude zu erstellen verwenden wir Materialien.
  • Diese Materialen geben uns ein Gefühl des Wohl- oder Unwohlseins.
  • Sie bestimmen unsere Wohnqualität.


Jedes Bauvorhaben sollte individuell auf Nutzer und seiner Nutzung abgestimmt werden, deshalb ist es wichtig den passenden Baustoff zu verwenden, damit Ihr Zuhause eine Oase des Wohlfühlens und der Erholung wird.

  •  Wir setzen konsequent auf Baustoffe die
  •  baubiologisch und schadstoffreduziert
  •  nachhaltig
  •  wieder verwendbar sind.

Baustoffe die für Mensch und Umwelt verträglich und akzeptierbar sind.
  • Wir stehen Ihnen mit unserer Kompetenz gerne zur Verfügung.

Baubiologie

Was wir sons noch bieten.

Baubiologische Beratung 


  Beratung zu Bauvorhaben 

  • Fachliche Einschätzung und Hinweise zu den Einsatzmöglichkeiten von Lehm in Neubau, Sanierung und Innenausbau.

  Vorträge und Workshops 

  • Vermittlung von Grundlagen und praktischen Anwendungen des Lehmbauens in Form von Schulungen, Seminaren oder Workshops für Handwerker*innen und Architekten*innen

  DIY‑Projektworkshop

  • bietet einen praktischen Einstieg in die Verarbeitung von Lehm und anderen natürlichen Baustoffen. Teilnehmende lernen grundlegende Techniken kennen und setzen ihr eigenes Projekt um – ideal für alle, die handwerkliches Arbeiten mit Lehm selbst durchführen möchten.

  Baustellenbegleitung 

  • Unterstützung ihrer Baustelle, z. B. bei der       Planung, Vorbereitung oder Ausführung von Lehmbauarbeiten.



Baubereiche mit Lehm

Lehm hat viele Einsatzmöglichkeiten

Sanierung

Aus Alt, mach Neu. 

Neubau

Bauen und Planen Sie Ihr neues Zuhause mit Lehm

Fachwerk

Alte Gebäude "am Leben erhalten".

Gestaltung

Verschönern Sie Ihr Zuhause mit Lehmdesign- Produkte.

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